Newsletter 92: Sei mehr als nur ein Durchschnitts Leader

Newsletter 92: Sei mehr als nur ein Durchschnitts Leader

In jungen Jahren habe ich charismatische Leader in meinen ehrenamtlichen Aktivitäten (im Sport, bei der Feuerwehr, bei den Pfadfindern, im Rettungsdienst) bewundert. Oft habe ich mich gefragt, ob diese Leader ihre Qualitäten mit in die Wiege gelegt bekamen. Vielleicht auch, ob sie eine geheimnisvolle Formel gefunden hatten, die es ihnen erlaubte, so wirkungsvoll zu führen. Wenn ja, kann ich das auch erlernen?

Heute kann ich behaupten, dass es diese Geheimformel nicht gibt. Was ich aber im Laufe der Jahrzehnte erfahren habe ist, dass es verschiedene Fähigkeiten gibt, die einen großen Leader von einem Durchschnitts Leader unterscheiden. Diese Fertigkeiten, gepaart mit Erfahrung, harter Arbeit, Ausdauer und ein bisschen Glück, können einen einzigartigen und leistungsfähigen Leader hervorbringen.

Du kennst vielleicht Ehrenamtliche, die sich bereits frühzeitig in Richtung Leader bewegt haben. Mir geht es wie vielen anderen. Ich habe meinen Weg dahin spät gefunden.  Und dann gibt es noch die Ehrenamtlichen, die nicht die Absicht haben, sich ins Rampenlicht zu stellen. Das hängt alles sehr stark von den einzelnen Charakteren ab. Ich habe hier einige Eigenschaften aufgezählt, die Durchschnitts Leader von großen Leadern unterscheiden:

Sie finden ihren Zweck

Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen einem ehrenamtlichen Leader, der nur erscheint, um seinen Job zu erledigen, und einem Leader, der einen bestimmten Zweck verfolgt. Wenn die Zielstrebigkeit eines Leaders sich aus seinem inneren Sinn ergibt, so agiert er mit Leidenschaft. Sein Zweck schürt die Leidenschaft und das liefert großen Leadern einen Wettbewerbsvorteil. Wenn die Passion eines Leaders auf seine Vision und die Werte des Vereins ausgerichtet ist, so wollen Ehrenamtliche seinem Beispiel mit Engagement folgen.

Sie stehen nicht im Wettkampf mit anderen

Es gibt Führungskräfte, die sind der Meinung, sie wären gute Leader, wenn die finanziellen Einnahmen des Vereins steigen, wenn sich die Zahl der Ehrenamtlichen erhöht, wenn man öfter in den Medien erscheint oder wenn die Zahl der Likes sich verdoppelt hat. Mit diesen Erfolgen können sie sich vielleicht zwei oder drei Jahre ins Rampenlicht stellen. Früher oder später werden diese anvisierten Ziele die ehrenamtlichen Mitarbeiter immer weniger inspirieren und deren Leidenschaft und Motivation nimmt stetig ab. Große Leader haben sich eine Langzeitstrategie aufgestellt, die auf der Vereinsmission aufgebaut ist. Sie unterlassen nichts, um die Freiwilligen regelmäßig an diese Ziele und Visionen zu erinnern, damit sie sich bewusst sind, wozu sie ihre Zeit und Kompetenzen zur Verfügung stellen.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Ohne Ehrenamtliche braucht es keine Leader. Große Leader wissen, dass die Ehrenamtlichen sie entweder unterstützen oder sie stoppen. Ein Durchschnitts Leader sieht seine Mitarbeiter als das Kapital, worauf er aufbauen kann und sieht sich selbst als überlegen. Große Leader wissen, dass Ehrenamtliche den Führungskräften folgen, die sie bewundern und respektieren. Dabei erhalten Leader Bewunderung und Respekt, wenn sie auch Bewunderung und Respekt gegenüber den Freiwilligen zeigen. Sie tun das durch zuhören, durch aufmuntern, durch betreuen und durch Honorierung.

Persönliches Bewusstsein

Du kennst vielleicht auch ehrenamtliche Leader, die rüberkommen als wüssten und könnten sie alles. Aber lass dich nicht täuschen. Die einzigen, die sie täuschen, sind sie selbst. Wenn du dich im Ehrenamt umsiehst, wirst du feststellen, dass ein großer Leader jemand ist, der selbstbewusst ist und dass dieser Charakterzug auch positive Auswirkungen auf das Team mit sich bringt. Sie legen Wert auf Sensibilität, auf Bescheidenheit, aufs Zuhören, aufs Lernen und sie lassen sich auf ihre Mitarbeiter ein. Sie fühlen sich nicht herausgefordert durch Vorschläge oder Feedbacks von anderen. Nein, sie sind neugierig und offen für neue Ideen und Weiterführendes. Große Leader wissen, dass der Nutzeffekt des Vereins nicht auf dem Rücken der Mannschaft ausgetragen wird, stattdessen kommt er davon, seinem Team zu helfen erfolgreich zu sein.

Der Durchschnitt ist das Maß, von dem jeder annimmt, er läge darüber.

Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Welche weiteren Eigenschaften würdest du hinzufügen?

Herzliche Grüße,

Charles

https://charlesbrueck.com

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