Lampenfieber bei Ehrenamtlichen
Warum so viele Engagierte schweigen und warum das niemandem hilft
Es gibt Momente im Ehrenamt, die eigentlich ganz harmlos klingen:
- „Kannst du kurz ein paar Worte sagen?“
- „Magst du die Gäste begrüßen?“
- „Sag doch schnell etwas zur Spendenübergabe.“
Und plötzlich ist es da.
Dieses Ziehen im Magen. Das Herzklopfen. Die trockene Kehle.
Der Gedanke: Hoffentlich bin ich schnell fertig.
Lampenfieber.
Ein Thema, über das im Ehrenamt erstaunlich selten gesprochen wird.
Obwohl es so viele betrifft.
Schweigen ist kein Argument.
Andreas Marti
Lampenfieber, ein stiller Begleiter im Ehrenamt
Viele Ehrenamtliche engagieren sich mit Herz, Zeit und Überzeugung.
Sie organisieren, planen, helfen, tragen Verantwortung.
Aber sobald es darum geht, vor Menschen zu sprechen, wird es schwierig.
Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten.
Nein, weil sie sich unsicher fühlen, sobald alle Blicke auf sie gerichtet sind.
Typische Gedanken sind:
- „Ich bin doch kein Redner.“
- „Was, wenn ich den Faden verliere?“
- „Andere können das doch viel besser.“
- „Ich will mich nicht blamieren.“
Das Ergebnis:
Reden werden vermieden, delegiert oder „möglichst kurz gehalten“.
Und genau hier beginnt ein Problem, das größer ist, als es auf den ersten Blick scheint.
Lampenfieber ist die Angst, sich nicht ins beste Licht zu rücken.
Almut Adler
Warum Lampenfieber im Ehrenamt besonders stark ist
Lampenfieber gibt es überall.
In Unternehmen. Im Showbusiness. In der Politik.
Der Unterschied: der Kontext.
1. Ehrenamtliche sind keine Profis
In Unternehmen gehören Präsentationen oft zum Job.
Es gibt Schulungen, Routinen, klare Rollen.
Im Ehrenamt ist das anders.
Viele sprechen nur gelegentlich und dann meistens bei besonderen Anlässen.
Routine fehlt. Und was selten ist, fühlt sich schnell bedrohlich an.
2. Es geht um Herzenssachen
Ehrenamtliche sprechen nicht über Quartalszahlen.
Sie sprechen über Menschen, Projekte, Engagement, Sinn.
Das macht Auftritte emotionaler und damit auch verletzlicher.
3. Der innere Druck ist höher
Viele denken:
„Ich spreche nicht nur für mich. Ich spreche für den ganzen Verein.“
Diese Verantwortung verstärkt das Lampenfieber enorm.
Gelingende Kommunikation ist im Wesentlichen ein harmonisches Durchlaufen von Kontexten.
Sarah Klose
Ein Blick über den Tellerrand: Lampenfieber bei Profis
Oft glauben Ehrenamtliche, sie seien „besonders schlecht“ im Umgang mit Nervosität.
Ein Irrtum.
Auch viele bekannte Persönlichkeiten kennen Lampenfieber:
- Adele spricht offen über starke Auftrittsangst und berührt Millionen.
- Robbie Williams kämpft seit Jahren mit Nervosität vor Konzerten.
- Emma Watson berichtet von großer Unsicherheit vor öffentlichen Auftritten.
Der Unterschied:
Diese Menschen haben Werkzeuge, Erfahrung und Unterstützung.
Nicht weniger Lampenfieber, sondern einen besseren Umgang damit.
Prominenter: Jemand, von dem Zeitungsleser mehr wissen als er selbst.
Sigbert Latzel
Der große Mythos: „Wenn ich gut wäre, wäre ich nicht nervös“
Einer der hartnäckigsten Mythen lautet:
„Lampenfieber ist ein Zeichen von Schwäche.“
Das Gegenteil ist wahr.
Lampenfieber ist eine normale Stressreaktion des Körpers.
Dein Gehirn sagt: Achtung, das ist wichtig!
Adrenalin wird ausgeschüttet. Der Körper fährt hoch.
Das ist kein Defekt. Das ist ein uraltes Schutzprogramm.
Das Problem ist nicht das Lampenfieber.
Das Problem ist, nicht zu wissen, was man damit tun kann.
Gut sein im Reden halten kommt von üben.
Charles Brück
Typische Mythen rund um Lampenfieber
1. Mythos: „Ich muss nur mutiger sein.“
→ Mut ersetzt keine Werkzeuge.
2. Mythos: „Ich darf mir nichts anmerken lassen.“
→ Die anderen merken mehr, als du denkst.
3. Mythos: „Irgendwann verschwindet das von selbst.“
→ Meist wird es stärker, wenn man Situationen vermeidet.
4. Mythos: „Andere können das einfach besser.“
→ Viele wirken sicher, sind es innerlich aber nicht.
Der Mensch ist das eine, seine Mythen sind sein Verderben.
Raymond Walden
Die unterschätzten Konsequenzen im Ehrenamt
Wenn Ehrenamtliche aus Angst vor dem Sprechen zurückstecken, hat das Folgen:
- Projekte werden schlechter sichtbar
- Gute Ideen bleiben ungehört
- Öffentlichkeitsarbeit leidet
- Verantwortung lastet auf wenigen Schultern
- Potenzial bleibt ungenutzt
Nicht, weil es an Kompetenz fehlt.
Sondern weil Stimmen fehlen.
Konsequenzen von morgen machen heute keinen Eindruck.
Michael Scherr
Lampenfieber ist nicht dein Feind
Ein wichtiger Perspektivwechsel:
Lampenfieber will dich nicht sabotieren.
Es will dich energetisieren.
Die entscheidende Frage ist nicht:
„Wie werde ich Lampenfieber los?“
Sondern:
„Wie gehe ich damit um?“
Genau hier setzen einfache, alltagstaugliche Strategien an:
- Atem,
- Körper,
- Gedanken,
- Vorbereitung.
Nicht perfekt.
Aber wirksam.
Dein Feind ist der Freund, der dich etwas lehren will.
Irina Rauthmann
Kleine Schritte, große Wirkung
Viele Ehrenamtliche warten auf den großen Durchbruch.
Dabei entsteht Sicherheit fast immer in kleinen Momenten:
- eine Wortmeldung in der Sitzung
- ein Dank bei einer Veranstaltung
- eine kurze Begrüßung vor neuen Freiwilligen
- ein Satz mehr als sonst
Jeder dieser Momente stärkt das innere Fundament.
Besser kleine Schritte machen, als über große Sprünge reden.
Walter Jakoby
Wenn du dich hier wiedererkennst …
… dann bist du nicht allein.
Und du bist nicht „ungeeignet“.
Vielleicht ist jetzt einfach der richtige Zeitpunkt:
- Lampenfieber besser zu verstehen und
- dir erste Werkzeuge an die Hand zu holen.
🎁 Dafür habe ich ein kostenloses Dokument erstellt:
👉 „Dein Erste-Hilfe-Guide gegen Lampenfieber“
Darin findest du:
- eine verständliche Einordnung von Lampenfieber
- einfache Übungen für den Alltag
- erste Soforthilfen für Auftritte
(ohne Theorieflut, ohne Druck)
Man kann nur jenen helfen, die Hilfe auch annehmen.
Stefan Wittlin
Und wenn du tiefer gehen möchtest …
Manche merken nach den ersten Schritten:
Da geht noch mehr.
- Mehr Ruhe.
- Mehr Klarheit.
- Mehr Selbstvertrauen.
Genau dafür habe ich einen Onlinekurs erstellt:
„Sicher auftreten im Ehrenamt – Lampenfieber gezielt abbauen“.
Kein Rhetorik-Zirkus.
Sondern ein ruhiger, praxisnaher Weg für Menschen, die für eine gute Sache sprechen wollen ohne sich dabei selbst zu verlieren.
Hier kannst du dich anmelden👇
Zum Schluss
Lampenfieber bedeutet nicht, dass du ungeeignet bist.
Es bedeutet, dass dir etwas wichtig ist.
Und genau diese Haltung braucht das Ehrenamt.
Vielleicht ist es an der Zeit, nicht lauter zu werden,
sondern klarer.
Wenn dir nichts wichtig ist, bist du unwichtig.
Hassan Mohsen
Titelbild von Depositphotos.