Warum ich es liebe, ehrenamtlich zu helfen

Warum ich es liebe, ehrenamtlich zu helfen

Das Ehrenamt begleitet mich seit meiner Jugend. Begonnen hat es, als die freiwillige Feuerwehr in meiner Ortschaft eine Jugendfeuerwehr aufbaute. Damals war mir nicht bewusst, dass mein Beitritt ein wichtiger Schritt in meinem Leben sein sollte. Bis heute liebe ich es, anderen Menschen ehrenamtlich zu helfen.

Nach über 50 Jahren Freiwilligenarbeit fühlt es sich für mich immer noch wie ein natürlicher Teil meines Lebens an. Dabei vergesse ich manchmal, dass es viele Menschen gibt, die keine Erfahrung mit Freiwilligenarbeit haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass es ihnen so viele wertvolle Lektionen für ihr Leben geben kann. Jeder sollte versuchen, mindestens eine Erfahrung als Ehrenamtlicher in seinem Leben zu machen. Es wird sein Leben verändern.

Zu Beginn lag mein Hauptaugenmerk beim Rettungswesen (Feuerwehr, Rettungs- und Bergungsdienst, Krisenintervention). Ich war aber auch freiwillig aktiv als Pfadfinder, in einem Jugendverein oder einem gemeinnützigen Verein, der 3. Weltprojekte förderte. Aktuell engagiere ich mich bei der Vereinigung der Verkehrsopfer und auf diesem Blog sowie auf Facebook, wo ich Ehrenamtliche mit Tipps und Ratschlägen berate.

Unser Wert definiert sich nicht durch Geld, sondern dadurch, wie gut wir anderen dienen können.

Paul Allen

In diesem Beitrag will ich dir vermitteln, welche die sechs wichtigsten Gründe für mich immer noch sind, wieso ich seit so vielen Jahrzehnten anderen ehrenamtlich helfe.

6 Gründe, warum ich es liebe, ehrenamtlich zu helfen

Vielleicht denkst du, dass Freiwilligenarbeit harte Arbeit ist, für die es kein Geld für die Bemühungen gibt. Diejenigen, die sich in ehrenamtlichen Organisationen engagieren oder zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben Erfahrung mit Freiwilligenarbeit gesammelt haben, stimmen dem jedoch nicht zu. Was man als Ehrenamtlicher zurückbekommt, kann nicht mit Geld aufgewogen werden. Es vermittelt aber Fähigkeiten und Lektionen, die von unschätzbarem Wert sind.

Hier sind meine wichtigsten Gründe:

1. Bedürftigen ehrenamtlich zu helfen

Das Wichtigste an der Freiwilligenarbeit ist, dass man es für einen bestimmten Zweck tut. Als ich in jungen Jahren im Rettungsdienst begann, war es für mich wichtig, denjenigen zu helfen, die sich nicht selbst helfen konnten.

Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mein Helfen die Welt um mich herum ein bisschen besser machte. Diese Einsicht war für mich ein Aha-Effekt. Ich wurde wissbegieriger und bildete mich weiter. Damit ging eine Steigerung der Qualität meiner Dienste einher.

Es ist aber egal, wie und wo du dich engagierst. Ob du

  • in einem Tierheim ausgesetzten Hunden hilfst
  • Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben unterstützt
  • Bäume und Hecken anpflanzt oder
  • Geld für ein gemeinnütziges Projekt sammelst.

Wenn jeder nur einen kleinen Teil dazu beitragen würde, könnte die Welt ein ganz anderer Ort sein.

Jeder von uns, ob berühmt oder nicht, sollte einen Teils seines Lebens damit verbringen, das Leben eines anderen zu verbessern.

Jerry Springer

2. Besser mit der Zeit umgehen können

Da ich als Freiwilliger viel im Schichtbetrieb arbeitete, aber auch in zeitgebundenen Projekten, lernte ich mit den Jahren Zeit effizienter zu verwalten.

Darüber hinaus lernte ich, Prioritäten zu setzen und herauszufinden, wie ich alle zu erledigenden Aufgaben am besten fertigstellen könnte. Immerhin gab es neben dem Ehrenamt anfangs noch Studium und Freundin. Später dann Job, Frau und Kinder.

Da Freiwilligenarbeit, Emotionen und Verpflichtungen mit sich bringt, erwarb ich die Fähigkeit, mich mit dieser Arbeit verbunden zu fühlen und mich stärker in die Projekte einzubinden.

Mit den Jahren fand ich heraus, dass Freizeit für mich immer wertvoller wurde. Je weniger Zeit ich für mich hatte, desto selektiver wurde ich bei der Entscheidung, wie dieses kostbare Gut zugewiesen werden sollte. Ich wollte sicherstellen, dass ich von jedem freien Moment den größtmöglichen Genuss bekomme!

Das Anschauen von Fernsehsendungen, die Teilnahme an überflüssigen Meetings oder ausgedehnte Shopping-Touren hatten für mich keinen sehr hohen Mehrwert. Der Zeitaufwand dafür entsprach nicht der Wichtigkeit der entsprechenden Tätigkeit. Die Bestrebungen, die ich für den größten Teil meiner kostbaren Freizeit in Anspruch nehme, sind:

a) Neue Dinge lernen, die mich interessieren

b) Geselligkeit

c) Persönlichkeitsentwicklung

3. Fertigkeiten in meiner Kommunikation entwickeln

Meine Kommunikationsfähigkeiten wurden ganz klar durch die Freiwilligenarbeit verbessert. Der permanente Austausch ermöglichte mir, etwas über meine kleine, aber auch über die große Welt zu lernen. Unterhaltungen, Gespräche, Diskussionen mit Menschen, die meine Leidenschaften teilten, unterstützten mich darin sehr. Es ermutigte mich auch, mit Menschen zu interagieren, die nicht meine Leidenschaft, nicht meine Werte teilten, die mir dadurch neue Sichtweisen aufzeigten und so mein Wissen erweiterten.

Es verschafft mir heute noch schlechte Gefühle, wenn ich zurückdenke an meine Anfänge als junger Rettungssanitäter, der zu scheu war, um Patienten im Krankenwagen anzusprechen. Mir fiel damals bereits der frappante Unterschied zu älteren Ehrenamtlichen auf, die dieses Handwerk beherrschten.

Mich hat das seinerzeit so sehr frustriert, dass ich mich mit allen mir möglichen Methoden weiterbildete. Heute kann ich behaupten: Ohne das Ehrenamt wären meine Fertigkeiten mich auszutauschen weit unter meinem aktuellen Niveau.

In der Folgezeit habe ich gelernt, wie man mit großen Gruppen von Menschen zusammenarbeitet, wie wichtig gutes Zuhören ist, wie inspirierend Gespräche mit verschiedenen Menschen sind, die dieselben Interessen wie du selbst hast.

Wir werden nie wissen, wie viel Gutes ein einfaches Lächeln vollbringen kann.

Mutter Teresa

4. Kritisches Denken und Problemlösung

Freiwilligenarbeiten können herausfordernd sein, abhängig von dem Bereich, wo man sich engagiert hat. Sehr oft müssen beispielsweise Aufgaben oder Projekte innerhalb einer begrenzten Zeit abgeschlossen werden. Es gibt viele Situationen, in denen kritisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten von Freiwilligen auf die Probe gestellt werden.

Viele Ehrenamtliche müssen oft delikate Entscheidungen treffen, um ihre Arbeiten erfolgreich abzuschließen. Diese Möglichkeiten sind sehr wertvoll, da sie Einzelpersonen praktische Erfahrungen bei der Problemlösung bieten und es ihnen ermöglichen, sich von der Masse abzuheben.

Güte ist etwas so Einfaches: immer für andere da sein, nie sich selber suchen.

Dag Hammarskjöld

5. Führungskapazitäten entwickeln

Die besten Ergebnisse, die man durch Freiwilligenarbeit erzielen kann, besteht darin, durch viele Jahre aktives Arbeiten, Führungsqualitäten zu erlangen. Du steigst schrittweise auf höhere Plattformen, wo du immer wieder Führung üben kannst. Dadurch baust du dir langsam Führungskompetenzen auf, die dich zu einem wertvolleren Menschen machen. Du kannst deine Grenzen testen und herausfinden, was für ein Anführer du bist.

Einige denken, dass man als Führungskraft geboren wird, aber diese Vorstellung wird sich definitiv ändern, wenn du als Freiwilliger für eine gemeinnützige Organisation arbeitest. Du wirst erkennen, dass Führungskräfte nicht geboren, sondern geschaffen werden und dass man Wissen und Erfahrung (besonders die bitteren) benötigt, um ein guter Leiter zu werden. Freiwilligenarbeit bietet üblicherweise viele Möglichkeiten, um deine Führungsqualitäten zu üben und in Bereichen zu arbeiten, wo es immer wieder Neuerungen und Verbesserungen gibt.

Es ist besser, für etwas zu sterben, als für nichts zu leben

George S. Patton

6. Freiwilligenarbeit und Empathie gehen Hand in Hand

Empathie ist die Fähigkeit, die uns hilft, mit anderen in Beziehung zu treten, zusammenzuarbeiten und gesunde Bindungen herzustellen, die den Eckpfeiler einer gesunden Gesellschaft bilden. Es geht darum, sich die Welt aus der Perspektive einer anderen Person vorzustellen und ihre emotionale Erfahrung stellvertretend zu spüren.

Empathie führt zu glücklicheren Menschen und stärkeren Gemeinschaften. Sie hält uns aber nicht nur mit anderen in Verbindung, sondern inspiriert uns auch ehrenamtlich zu helfen. Wenn wir den Schmerz, die Sorge oder die Angst derer spüren, die am verwundbarsten sind:

  • ob es sich um einen Fremden handelt, der in der Kälte schläft,
  • um ein Kind mit großen Augen, das von der Welt überwältigt wird
  • oder ein Tier, das misshandelt wurde

ist dieses Einfühlungsvermögen der Grund, warum wir Hilfe anbieten möchten.

Empathie bringt das Beste aus dem Menschen heraus. Es macht unsere Gesellschaft zu einem gerechteren, freundlicheren und mitfühlenderen Ort, und Freiwilligenarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle – besonders in der aktuellen Zeit.

Gegenseitige Empathie ist Öl im Getriebe des Dialogs.

Michael Marie Jung

Es gibt aber noch eine Fülle von anderen Ursachen

Diese sechs Gründe, um anderen ehrenamtlich zu helfen, sind die für mich am wichtigsten. Es gibt aber noch eine Fülle von anderen Ursachen, die für ein freiwilliges Engagement sprechen. Der Vollständigkeitshalber zähle ich dir noch weitere auf. Vielleicht erkennst du für dich dadurch neue Pisten, um den Schritt in ein konkretes freiwilliges Betätigungsfeld zu wagen.

  • Neue interessante Leute kennenlernen.
  • Das Leben anderer zum positiven verändern.
  • Zusätzliche Erfahrungen und Fertigkeiten erlernen.
  • Die Möglichkeit nutzen, das Selbstvertrauen zu erweitern.
  • Viel Spaß mit Gleichgesinnten haben.
  • Deinen Lebenssinn finden.
  • Das Gefühl, „gebraucht zu werden“, immer wieder zu erleben.
  • Endlich aus der Komfortzone herauszufinden.
  • Die positiven Auswirkungen erkennen, die deine Mitarbeit auslöst.
  • Feststellen, wie viel Glück du wirklich hast.
  • Freundlichkeit, Großzügigkeit und Anerkennung erfahren.
  • Die Teamarbeit kennen und schätzen lernen.
  • Neue Fähigkeiten erlernen und diese an andere weitergeben.
  • Inspiration und Dankbarkeit erfahren.

Diese Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Dir fallen wahrscheinlich zusätzliche Argumente dazu ein. Ich würde mich freuen, wenn du ein wenig weiterscrollst und mir deine Vorschläge in den Kommentaren mitteilst.

Das sind die Werte, für die ich stehe: Ehrlichkeit, Gleichheit, Höflichkeit, Mitgefühl, Menschen so behandeln wie sie behandelt werden möchten und Bedürftigen helfen. Für mich sind das traditionelle Werte.

Ellen DeGeneres

Der wichtigste Indikator, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist die Motivation. Sie ist die Grundlage der sozialen Teilhabe und gliedert sich in diese vier Themenbereiche:

  • das Gefühl, nützlich zu sein
  • den Wunsch, dem eigenen Leben einen Sinn zu geben
  • etwas zurückzugeben für das, was du vom Leben erhalten hast
  • Vorteile zu erlangen zu den geschätzten Verpflichtungen deiner aktiven Zeit.

Zusammenfassung

Schlussfolgernd lässt sich auf der Ebene der einzelnen Faktoren, die die ehrenamtliche Teilhabe begünstigen, ein Zusammenhang zwischen Alter, sozialer Klasse, Investitionsgrad und gegenseitiger Abhängigkeit der Lebensbereiche feststellen. In Bezug auf die Motivation sehen einige junge Menschen Freiwilligenarbeit als Gelegenheit, Erfahrungen und Fähigkeiten zu erwerben, die ihnen während ihrer beruflichen Integration zugutekommen. Ältere Menschen dagegen genießen das Gefühl, „wieder nützlich zu sein“, das mit ihrem Ruhestand geschwächt wurde. Viele von ihnen finden so einen Weg anderen ehrenamtlich zu helfen.

Ich möchte diese Ausführungen mit einer Erfahrung von mir aus dem Ehrenamt schließen:

„Freiwilligenarbeit hat mich gelehrt, dass Glück oft von ganz kleinen Handlungen herrührt.“

Charles Brück

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Foto von Zach Vessels auf Unsplash

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