10 Kommunikationsfähigkeiten, die deine Reden vor Publikum verbessern

10 Kommunikationsfähigkeiten, die deine Reden vor Publikum verbessern

Deine 10 K´s für erfolgreiches Sprechen vor Zuschauern

Das Reden vor Publikum ist für die meisten Ehrenamtliche nicht alltäglich. Hin und wieder müssen die meisten von uns aber aufstehen und sprechen. Daher lohnt es sich, die Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln, die dir erlauben, dies gut zu meistern.

Souverän deinen gemeinnützigen Verein vor Publikum zu vertreten, erzeugt Mehrwert. Denn dadurch sensibilisierst du Zuschauer zu Spendern zu werden. Aktuelle Sponsoren animierst du, ihre finanzielle Unterstützung zu erhöhen. Wiederum andere Zuhörer fühlen sich angesprochen, dem Verein als Freiwillige beizutreten. 

In diesem Artikel findest du hierzu 10 praktische Tipps. Ich nenne sie übrigens die 10 K´s. Es sind 10 grundlegende Kommunikationsfähigkeiten, die dir erlauben, erfolgreiche Auftritte zu erleben. Sie ermöglichen dir, die Qualität und Effektivität deiner Kommunikation zu erhöhen.

10 Kommunikationsfähigkeiten [10 K´s]

  1. Klar
  2. Kurz
  3. Korrekt
  4. Konkret
  5. Komplett
  6. Kohärent
  7. Konziliant
  8. Kreativität
  9. Kredibilität
  10. Konzentriert

Kommunikation ist viel mehr als zwei klappernde Gebisse

Frank Dommenz

1. Klar

Plane deine Rede so, dass deine Botschaft, die du vermittelst für dein Publikum klar ist. Wenn deine Informationen und Fakten undeutlich oder vage klingen, werden deine Zuschauer verwirrt, skeptisch und negativ eingestellt sein. Dies färbt sich direkt auf die Wirksamkeit deiner Botschaft ab.

Klarheit ist eine wesentliche Kommunikationsfähigkeit, da der Zweck deiner Rede normalerweise darin besteht, etwas verändern zu wollen. Wenn du aber möchtest, dass jemand anderes etwas ändert, muss dem klar sein, was du von ihm erwartest und was das gewünschte Ergebnis ist.

Wenn du mit deiner Message klar und durchsetzungsfähig bist, hat das den zusätzlichen Vorteil, dass du selbstbewusster wirst. Dies wird sich in deiner Nachricht widerspiegeln und überzeugender machen.

Ganz licht und klar sein heißt: am Ziele sein

Bernhard von Clairvaux

2. Kurz

Kurz sein in deinen Aussagen ist eine weitere wesentliche Kommunikationsfähigkeit. Besonders heute, wo die Zeit eine unserer kostbarsten Ressource ist. Das gilt ebenfalls im Ehrenamt. Niemand möchte eine Stunde damit verbringen, einer Rede zuzuhören, die in der Hälfte der Zeit zugestellt werden könnte.

Gewöhn dir an, nur die notwendigen und relevanten Informationen weiterzugeben. Heutzutage hast du die Möglichkeit, auf weiterführende Links oder F.A.Q. Listen zu verweisen.

Wenn du deine Rede bündig hältst, sparst du Zeit – sowohl für dich selbst als auch für dein Publikum. Letztere werden dir dafür dankbar sein. 

Vergrößern wir das Wesentliche. Fassen wir uns kurz.

Harald Schmid

3. Korrekt

Es ist äußerst wichtig, dass deine Botschaft zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf die richtige Zielgruppe zugeschnitten ist. Korrekt sein ist eine grundlegende und wesentliche Kommunikationsfähigkeit.

Wenn du dich gut vorbereitet hast, dann weißt du,

  • wer dein Publikum ist,
  • was sie sich wünschen und
  • welche Probleme sie haben.

Während dem du kommunizierst, solltest du immer versuchen, in einem deinem Publikum angepassten Stil zu reden. Nicht in deiner bevorzugten Ausdrucksart. Hier eine kleine Auswahl, was ich damit meine:

  • Sind die Fachbegriffe, die du benutzt, deinem Publikum geläufig?
  • Hast du alle Namen und Titel, die du verwendest, überprüft?
  • Setzt du beispielsweise eine Präsentation ein zum besseren Verständnis? Dann überprüfe sie auf Schreibfehler. 

Wenn dein Informationsaustausch korrekt ist, passt er zu deinem Publikum. Und richtige Kommunikation bedeutet auch fehlerfreie Kommunikation.

Wer selbst korrekt ist, setzt sich durch, auch ohne zu befehlen.

Konfuzius

4. Konkret

Wenn deine Botschaft konkret ist, erhält dein Publikum ein klares Bild davon, was du ihm vermitteln willst. Es gibt nicht den einen „richtigen“ Weg, eine Rede zu halten. Viele Ressourcen schlagen grundlegende Tipps vor, wie zum Beispiel:

  • Starte mit einem „BÄNG“, damit dir sofort die Aufmerksamkeit deines Publikums sicher ist.
  • Verwende Fakten, um deine Hauptideen zu untermauern.
  • Binde dem Thema angepasste Geschichten ein.
  • Richte deinen Fokus auf dein Publikum.
  • Sorge im Vorfeld dafür, dass dein Abgang den Zuschauern in Erinnerung bleibt.

Weitere Ideen dazu findest du in meinem Blogartikel: 18 Anfängerfehler, die deine Rede ruinieren

Übrigens ist das Maß aller Dinge immer der ganz konkrete Mensch.

Wolfgang Mocker

5. Komplett

In deiner vollständigen Nachricht hat das Publikum alles, was es braucht, um informiert zu werden. Im Idealfall weiß es auch, welche Maßnahmen im Anschluss zu ergreifen sind.

Die Grundlage einer kompletten Rede ist der Redeentwurf. Er ist sehr wirkungsvoll, um sicherzustellen, dass du keine Teile deiner Rede verpasst.

Zu einem kompletten Redeentwurf gehören:

  • Hintergrundrecherche

Das schließt ein interessantes Thema, eine Zielgruppenanalyse und den Zweck der Rede ein.

  • Üben, üben, üben

Souveränes reden vor Publikum ist das Resultat von sehr vielem üben. Besonders im Ehrenamt, wo du nicht jeden zweiten Tag einen Auftritt vor fremdem Publikum kennst, ist es wichtig, regelmäßig zu üben.

Übrigens, üben zahlt sich aus!

  • Halte es einfach

Hier will ich auf die KISS-Formel hinweisen:

Keep

It

Simple,

Stupid

Die Abkürzung steht für „Halte es einfach, Dummkopf!“

Achte darauf, eine einfache und klare Sprache zu verwenden. Dadurch stellst du sicher, dass das Publikum versteht, was du vermittelst.

  • Verwende Humor

Die Menschen wollen unterhalten werden. Auch bei Vorträgen schaffen es gute Redner immer wieder mit Humor die Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen.

  • Begleitende Medien- und Technikwerkzeuge

Die Verwendung von Medien, um deine Rede interessanter und ansprechender zu gestalten, kann dir helfen, die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu erhöhen. Natürlich muss dieses Zubehör angepasst sein.

Auf den ersten Blick scheint diese Fertigkeit nicht zu den normalen Kommunikationsfähigkeiten zu gehören. Trotzdem solltest du den Umgang mit der Technik beherrschen und in der Lage sein, kleine Probleme schnellstmöglich selbst zu beheben.

Der geringste Mensch kann komplett sein, wenn er sich innerhalb der Grenzen seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten bewegt.

Johann Wolfgang von Goethe

6. Kohärent

Eine Rede ist dann kohärent, wenn der Zuschauer sich leicht von Satz zu Satz und von einem Redeabschnitt zum nächsten wie auf einer Welle mittreiben lässt.

Um das zu erreichen, musst du deinen eigenen Weg zur Erstellung deiner Rede finden. Das kann eine Mindmap sein. Andere arbeiten da mit Tabellen. Es kann auch eine Liste mit Stichwörtern sein, wo man sich von Stichwort zu Stichwort hangelt. Ich kenne Leute, die sich eine Geschichte ausdenken und mit dem Ablauf der Rede verknüpfen. Es gibt viele Möglichkeiten, die du ausprobieren kannst.

Gliedere deine Rede in drei Teile. In die Eröffnung, den Hauptteil und dem Abschluss. Achte auf fließende Übergänge wegen der Kohärenz.

Die Eröffnung soll kurz sein. Dem Thema angepasst startest du beispielsweise mit einer Geschichte und gibst dann einen Überblick zu dem, was sie erwartet.

Im Hauptteil gehst du auf drei Punkte ein (je nach Zeit), die du ausführlich darlegst. Ideal ist es, wenn du dazu auf Beispiele aus der Praxis zurückgreifst.

Der Abschluss beginnt mit einer Zusammenfassung des Gesagten. Anschließend stellst du eine Handlungsaufforderung vor.  

Wahrheit bedingt nicht notwendigerweise Verständnis. Wir können Falsches vollkommen logisch, Wahres aber gänzlich unbegreiflich finden.

Thomas Pfaffendorf

7. Konziliant

Diese Kommunikationsfähigkeit sagt aus, dass du freundlich, höflich, offen, ehrlich und respektvoll sein sollst. Wenn du im Umgang mit deinem Publikum wertschätzend bist, förderst du guten Willen.

Behalte die Sichtweise der Anwesenden im Auge und gehe einfühlsam auf ihre Bedürfnisse ein. Sei rücksichtsvoll und verwende keine bedrohlichen Gesten. Dein Publikum wird sich bei dir wohl fühlen. Es ist somit zugänglich für deine Botschaft.

Konziliant sein vor, während und nach deinen Auftritten ist eine der wichtigen Kommunikationsfähigkeiten. Dadurch zeigst du als Ehrenamtlicher eine unverhoffte Professionalität.

Selbst die Wahrheit bedarf zu anderen Zeiten wieder einer andern Einkleidung um gefällig zu sein.

Georg Christoph Lichtenberg

8. Kreativität

Kreativität ist nicht die erste Eigenschaft, die einem beim Thema Ehrenamt als Idee zufällt. Daher wirst du die Aufmerksamkeit deines Publikums erreichen, wenn du kreativ kommunizierst.

Die sozialen Medien zeigen uns, dass kreative Posts, Bilder oder Videos viral gehen und millionenfach „geliked“ werden. Auch wenn du auf der Bühne stehst, hast du viele verschiedene Möglichkeiten, deine Botschaft auf kreative Weise zu vermitteln.

Du kannst kreativ kommunizieren mit Hilfe von Visualisierungen. Abhängig von der Situation auch mit Darstellungen. Füge Bilder oder Videos von Aktivitäten aus deinem Verein in deine Präsentation ein. Wenn du dann auch noch erzählerische Elemente hinzufügst, kann dein Auftritt auf ein Niveau der Unterhaltung gehoben werden.

Du kannst deine kreativen Fähigkeiten auch einsetzen, wenn du eine überraschende Redeeröffnung oder Handlungsaufforderung zum Besten gibst.

Versetz dich in die Rolle einer deiner Zuschauer. Du sitzt in der fünften Reihe und erwartest dir Informationen, Neuigkeiten, Entwicklungen und Tipps. Da würde dich kreative Unterhaltung sicherlich positiv überraschen.   

Kreativität ist, wenn einem bei dem, was einem auffällt, etwas einfällt.

Gerhard Uhlenbruck

9. Kredibilität

Die Kredibilität oder Glaubwürdigkeit als Redner ist eine der noblen Kommunikationsfähigkeiten. Sie ist ein Beweis des tiefen Respekts gegenüber sich selbst. Wie soll man denn als Zuschauer einer Person vertrauen, die sich selbst nicht treu ist, die sich Geschichten erzählt, nicht authentisch ist?

Glaubwürdigkeit auf dem Podium zu vermitteln, bedeutet authentisch zu sein. Ja, das kann auch bedeuten, dass du deine Nervosität zeigst (übrigens, nervös sein ist ein Zeichen, dass dein Publikum dir wichtig ist).

Es ist die Art und Weise, wie du dich präsentierst und wie du mit deinem Publikum in Kontakt trittst. Wähle starke Worte, die klare Entscheidungen zeigen. Vermeide schwammige Phrasen.

Verwende eine starke, aber ruhige Sprechstimme. Rede mit mittlerer Lautstärke und mittlerer Geschwindigkeit. Eine selbstbewusste Person ist nie in Eile.

Deine Körpersprache sollte offen, einnehmend und gut verwurzelt sein wie ein Baum. Wenn du über etwas sprichst, für das du eine Leidenschaft zeigst und/oder über das du viel Erfahrung oder großes Wissen hast, sollte es einfach für dich sein, die Dinge zu optimieren. Dadurch klingst du wie ein wunderbar selbstbewusster und kompetenter Redner.

Er hasste es würdig zu erscheinen. Er konnte jedoch nicht verhindern, gerade deswegen glaubwürdig zu wirken

Anselm Vogt

10 Konzentriert

Konzentration begleitet dich durch den ganzen Redeprozess. Es beginnt bei der Auswahl deines Themas. Konzentration ist auch gefragt bei deiner Zielgruppenanalyse genauso wie bei dem Redeaufbau. Hier konzentrierst du dich auf dein Publikum.

Was erwarten die Zuschauer von dir?

Wovon willst du das Publikum überzeugen?

Welches Präsentationsmedium ist dafür am besten geeignet?

Konzentriert musst du aber auch während deiner Rede sein. Einmal um dem roten Faden deiner Rede zu folgen. Gleichzeitig aber auch, damit du auf die Reaktionen deines Publikums achtest. 

Ein weiterer Faktor, der deine Konzentration erfordert, ist die benutzte Technik, besonders bei visuellen Hilfen. Dazu zähle ich Fernsteuerung, Tastatur, Kabel usw.

Dann noch ein letzter Punkt. Hier greife ich auf einen bekannten Werbeslogan zurück: „Nichts ist unmöglich“. Ganz egal wie gut du dich vorbereitet hast, wie lange und intensiv du geübt hast, wie selbstsicher du bist, es kann trotzdem etwas Unvorhersehbares passieren. Das kann ein kompletter Stromausfall sein, eine Notfallsituation bei einem Zuschauer, eine Betriebsstörung am Rechner, …

Auch hier gilt es konzentriert zu bleiben. Versuche auf jeden Fall, die Übersicht zu bewahren. Es gibt immer Menschen, die in solchen Situationen helfen können und das auch wollen. Gib ihnen die Möglichkeit. Vergiss nachher nicht, dich offiziell bei ihnen zu bedanken.

Bildung verlangt Ruhe, Konzentration und Geduld – heute alles Mangelware.

Stefan Rogal

Die Bedeutung der Kommunikationsfähigkeiten

Starke Kommunikationsfähigkeiten helfen in fast allen Aspekten des Lebens – vom Berufsleben bis zum Privatleben und wie du gelesen hast ebenfalls im Ehrenamt. Bei allen zwischenmenschlichen Vorgängen geht es um Kommunikation. Gute Kommunikationsfähigkeiten sind unerlässlich, damit andere und du selbst Informationen genauer und schneller verstehen kannst.

Im Gegensatz dazu führen schlechte Kommunikationsfähigkeiten zu häufigen Missverständnissen und Frustration. Es ist nicht verwunderlich, dass Kommunikation ganz oben auf der Liste der gefragtesten Soft Skills auf dem Arbeitsmarkt ist.

Diese 10 K´s sind eine Reihe von Aktivitäten, die also eine qualitativ hochwertige öffentliche Aufführung ausmachen. Sie helfen uns, Unterschiede zu überwinden, Vertrauen und Respekt aufzubauen und Bedingungen für den Austausch kreativer Ideen und die Lösung von Problemen zu schaffen.

Fähigkeiten, Charakter und das richtige Denken produzieren Resultate.

Karl Pilsl

Dieser Artikel gibt dir 10 praktische Tipps zu grundlegenden Kommunikationsfähigkeiten. Wenn dich weitere Informationen zu diesem Thema interessieren, schlage ich dir vor, dich hier für meine Tipps und Ratschläge anzumelden. Du erhältst für deine Einschreibung in meinen E-Mail-Verteiler als Gegenleistung mein E-Book „15 Tipps, wie du als Ehrenamtlicher souverän vor Publikum redest!“ Bei Interesse deinerseits, hier geht es zur Einschreibung.

Photo by https://pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner