Neugierig, welche Fertigkeit fürs Ehrenamt man nicht in der Schule lernt?

Neugierig, welche Fertigkeit fürs Ehrenamt man nicht in der Schule lernt?

Denke einmal an deine Schulzeit zurück. Was hast du dort gelernt, was dir in deinem späteren Leben (Familie, Job, Ehrenamt, Sport) geholfen hat? Natürlich sind das lesen, schreiben, rechnen. Vielleicht auch noch Problemlösen und Teamwork. Aber es gibt eine fundamentale Fertigkeit, die wird nicht gefördert.

In diesem Artikel geht es um Neugierde und wie sie zur Erforschung, Untersuchung und Lernen von Dingen in allen Bereichen des Lebens – also auch im Ehrenamt – beiträgt. Da du bis hierher gelesen hast, zeigt an sich schon eine gewisse Neugierde deinerseits.

Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass Neugierde eine der wertvollsten Eigenschaften am Arbeitsplatz, also auch im Ehrenamt ist. Die Neugierde wird aber nicht nur in Schulen keineswegs besonders gefördert. Sie ist sogar auch in Unternehmen nicht überall gern gesehen und das, obwohl sie der Schlüssel zu deinem Wachstum, Erfolg und Zufriedenheit sein könnte.

Warum wird Neugierde nicht gepflegt?

Auch Führungskräfte erkennen den Wert von Neugier an. Studien an der Harvard Business School haben ergeben, dass aber viele dazu nicht ermutigen, weil sie denken, es wäre schwierig, Leute zu führen die ihrer eigenen Interessen gewahr werden. Unter 3000 Mitarbeitern verschiedener Unternehmen fand man heraus, dass nur 24 Prozent von sich denken, bei der Arbeit neugierig zu sein. Rund 70 Prozent sagten sogar, dass sie daran gehindert würden, im Job mehr Fragen zu stellen.

Wieso ist neugierig sein trotzdem so wichtig?

Es ist verständlich, Neugierde unberücksichtigt zu lassen, besonders in der gestressten Gesellschaft, in der wir leben. Wer will neue Dinge lernen, wenn man kaum Zeit hat, sich auf die wichtigen Dinge im Leben wie Job, Familie, Ehrenamt zu konzentrieren?

Aber fast alle menschlichen Fortschritte wurden durch die in uns innewohnende Neugier ausgelöst. Vom Umgang mit dem Feuer, über das Rad, die Elektrizität und vieles andere mehr. Das alles konnte nur verwirklicht werden, weil einige neugierige Leute sich nicht mit dem Status quo abfinden wollten!

Obwohl Neugier sehr oft nicht gefördert wird, bietet sie viele Vorteile, sowohl für die Angestellten, die Geschäftsführer und den Betrieb. Auf das Ehrenamt übersetzt bedeutet das, viele Vorteile für die Ehrenamtlichen, Teamleiter und den Verein.

Einer der größten Vorteile der Neugierde ist die Innovation und die damit zunehmende Kreativität. Das wiederum führt zu Verbesserungen am Arbeitsplatz und zu besseren Lösungen bei Problemen.

Echte Gespräche sind ein wichtiges Ziel in allen Bereichen unseres Lebens. Sie bieten eine Plattform für das Verständnis mit anderen.

Durch Erschaffen, Aufrechterhalten und Ausweiten von richtiger Kommunikation werden zwischenmenschlichen Beziehungen gefördert. Dabei ist es egal, ob wir als Eltern, Kollege, Kind, Ehepartner oder Freund denken. Und genauso darfst du in der Rolle des ehrenamtlichen Teamleiters den Wert guter Kommunikation nicht leugnen.

Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.

Albert Einstein

Aber warum lässt deine Neugierde im Laufe der Zeit nach?

Du erinnerst dich sicherlich noch an die Zeit, als du ein Kind warst. Wenn du deine Eltern oder andere Erwachsene immer wieder mit der Frage „Wieso?“ strapaziert hast, um herauszufinden, wie etwas funktioniert.

Aber wir wurden auch über Jahre mit Informationen in der Schule bombardiert. Anstatt uns auf Dinge, die uns interessierten, zu fokussieren, mussten wir alles Mögliche memorisieren, was uns zu dem Zeitpunkt als nicht sehr nützlich erschien und was sich später als unnütz erwiesen hat.

Sobald wir Erwachsen wurden, hat die nachgelassene Neugierde dazu geführt, dass wir uns auf spezifische Bereiche konzentrierten. Wir ignorierten Sachen, die sich als sehr nützlich hätten erweisen können.

Solange man neugierig ist, kann einem das Alter nichts anhaben.

Burt Lancaster

Wie kannst du dir deine Neugierde erhalten?

Entwickle Leidenschaft

Entwickle deine Leidenschaft zum Lernen und Streben nach Wissenserweiterung. Dieses Engagement kann helfen, deine Neugierde anzukurbeln. Steigere dein Lernbedürfnis mit einem kleinen Trick. Klebe eine Nachricht an deinen Rechner mit der Aufschrift: „Geh nicht davon aus…“ Der mächtigste Gegner der Neugierde ist deine Meinung, dass du schon genug weißt.

Während du arbeitest, um dein Wissen zu erweitern, versichere dich, dass die Informationsquellen, die du benutzt glaubwürdig sind und, dass du sie regelmäßig wechselst. Mit dieser Methode erhältst du eine Vielzahl von verschiedenen Überlegungen, Argumenten und Einsichten.

Benutze deine Wissbegierde

Benutze deine Wissbegierde, um an deinem Arbeitsplatz neue Verbindungen zu Menschen herzustellen. Dadurch erfährst du, wie diese organisiert sind, welche Strategien, Ziele, Visionen sie haben, womit sie Geschäfte machen, um somit deine eigene Arbeit zu verbessern.

Baue dir zusätzlich ein Netzwerk außerhalb deines Jobs auf, wo du dich mit Menschen aus anderen Bereichen austauschen kannst und wo du andere Arbeitsmethoden kennenlernen kannst.

Sei neugierig, verlasse regelmäßig deine Komfortzone

Erstelle dir eine Liste mit den Dingen, die du ausprobieren willst und verlasse dafür regelmäßig deine Komfortzone: Beginne langsam, indem du Fragen stellst oder dich mit neuen Aktivitäten beschäftigst. Nach jeder Erfahrung wird dein Vertrauen größer.

Stelle dir selbst und anderen Fragen. Ohne Fragen – kein Austausch. Kinder sind die neugierigsten Menschen auf Erden. Sie stellen ständig Fragen!  Es gibt keine dummen Fragen! Und wann immer du dich tiefer in ein Gespräch einbringen willst oder wenn du spürst, dass du zu viel redest – mach es wie die Kinder – schalte um und stelle eine Frage.

Suche nach Antworten – auch im Internet. Greife dabei zurück auf Google, YouTube, Pinterest, Wikipedia, etc.

Lerne von Experten. Ob aus Büchern, einem Webinar, bei Konferenzen, einem Onlinekurs usw.

Nutze die Neugierde, um Langeweile und Routine zu vertreiben. Begib dich z. B. auf einem anderen Weg zur Arbeit, kaufe in einen anderen Supermarkt ein, probiere ein neues Restaurant aus, geh mal wieder ins Kino, Theater, Oper, etc. Und beantworte dir selbst auch Fragen: Wie arbeite ich? Wie gehe ich mit anderen Menschen um? Wie gehe ich mit mir selbst um?

Löse kein Kreuzverhör aus

Aber Achtung: Eine Flut von Fragen gibt anderen das Gefühl eines Kreuzverhörs. Was dich aus dieser Situation herausbringt, ist, wenn du fragst, schweigst um anschließend zuzuhören. Damit ein echtes Gespräch stattfindet, braucht es, aktives Zuhören: zeig der anderen Person, dass sie und ihre Botschaft dir wichtig sind.

Die grundlegendste aller menschlichen Bedürfnisse ist die Notwendigkeit zu verstehen und verstanden zu werden. Der beste Weg, die Menschen zu verstehen ist ihnen zuzuhören.

Ralph Nichols

Neugierig sein ist im Ehrenamt eine wertvolle Fertigkeit

Neugierig sein und Fragen stellen bedeutet nicht, inkompetent zu sein. Fragen stellen und aktiv zuhören hilft dir dein Wissen zu erweitern und dir Klarheit zu verschaffen. Zusätzlich hilft neugierig sein dir, gesehen zu werden. Wenn du immer nur stiller Teilnehmer bei Sitzungen bist, nimmt niemand Notiz von dir. Stellst du aber sachkundige Fragen – darunter verstehe ich, dass du überlegst, bevor du etwas sagst – so wirst du als jemand angesehen, der der Unterhaltung etwas hinzuzufügen hat.

Im Ehrenamt ist Neugierde eine sehr wertvolle Fertigkeit. Freiwillige haben bereits eine große Prise an Neugierde im Gepäck, sonst hätten sie sich nicht engagiert. Ein ehrenamtliches Umfeld mit vielen Neugierigen macht das gemeinsame Arbeiten hochinteressant. Du darfst nämlich nicht vergessen: Neugierde ist ansteckend, daher lerne, sie gut zu entwickeln.

Wie sieht es bei dir aus mit der Neugierde? Lass es mich wissen, ich bin neugierig.

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Bild von Heinrich Hess auf Pixabay 

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