Authentisch sein im Ehrenamt: 6 Tipps zum umsetzen

Authentisch sein im Ehrenamt: 6 Tipps zum umsetzen

Ich tue mich momentan ziemlich schwer damit, weltweit Politiker auszumachen, die mir authentisch erscheinen. Die ständig wechselnden Aussagen, Reglementierungen, Lockerungen, Verbote im Hinblick auf die Corona-Pandemie-Bekämpfung bestätigen mich eher in meiner Aussage.

In dieser Zeit finde ich es äußerst wichtig, dass immerhin Führungskräfte im Ehrenamt authentisch sind. Wenn ringsum Unsicherheit, Skepsis und Angst herrscht, ist es wesentlich, einem authentischen Leader folgen zu können.

Führung im Ehrenamt kann heute schwieriger sein als je zuvor – und wahrscheinlich sehr verwirrend. Die Fähigkeit, effektiv zu führen, hängt möglicherweise mehr als jeder andere Faktor von der jeweiligen Authentizität ab. Deshalb will ich in diesem Artikel auf deren Bedeutung im Ehrenamt eingehen.

Kennst du jemanden in deinem ehrenamtlichen Umfeld, der als Fälschung rüberkommt?

Einer der schlimmsten Fehler, den man als Führungskraft machen kann, ist der Versuch, etwas zu sein, das man nicht ist. Die positiven Ergebnisse – wenn es sie denn geben sollte – sind mit ziemlicher Sicherheit von kurzer Dauer.

Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.

Ödön von Horváth

Authentische Führung ist ein mächtiger – und zunehmend verbreiteter – Führungsstil, der auf der Idee beruht, der zu sein, der du bist, und dann danach zu streben, der Beste zu werden, der du sein kannst.

Da stellt sich hier die Frage: Aber wie bringst du dein Bestes und ganzes Selbst zur Geltung? Schauen wir uns genauer an, was einen Freiwilligen zu einem authentischen Führer macht und wie du mehr Authentizität in deinem täglichen Führungsstil fördern kannst.

Da stellt sich erst einmal die folgende Frage:

Was ist Authentizität?

Bevor ich dir die sechs Tipps mitteile, denke ich, dass es nützlich sein wird, zu definieren, was es bedeutet, eine authentische Führungskraft in einer Wohltätigkeitsorganisation zu sein.

Für mich bedeutet authentisch im Ehrenamt zu sein, die Qualität zu besitzen, sich selbst in jede Kommunikation, in jedes Handeln, in jede Arbeit einbringen zu können. Da gibt es kein Verstecken oder Verbergen bestimmter Eigenschaften aufgrund dessen, was jemand anderes denkt oder wie er reagieren könnte. Freiwillige, die authentisch handeln, lassen sich vielmehr vollständig sehen und hören. Sie stimmen ihre Handlungen mit ihren Werten, Absichten und Überzeugungen ab.

Führungskräfte im Freiwilligenbereich, die sich selbst treu bleiben und in echter und aufrichtiger Weise handeln, werden von ihren Mitarbeitern als authentisch anerkannt und hoch eingeschätzt. Diese Charaktereigenschaft führt dazu, dass sich das Engagement und die Produktivität im Team steigert. Des Weiteren werden dadurch intern das Vertrauen und die Loyalität gefördert. Darüber hinaus bietet sie ein solides Modell dafür, wie Leadership innerhalb einer ehrenamtlich geführten Organisation aussehen sollte. Dies ist sehr hilfreich für Mitarbeiter, die möglicherweise selbst in Führungspositionen aufsteigen möchten.

Authentizität ist eine äußerst wichtige Eigenschaft, und es wird in unserer schnelllebigen Welt immer schwieriger, sie zu bewahren. Hier erfährst du die sechs Punkte, wie du sicherstellen kannst, dass du dein Team auf eine Weise führst, die authentisch ist und einer dem Posten würdigen Person entsprichst.

Authentisch sein ist eine Ansammlung von Entscheidungen, die wir täglich treffen. Es geht um die Wahl, sich zu zeigen und ehrlich zu sein. Die Wahl, andere unser wahres Ich sehen zu lassen.

Brené Brown

1. Frage dich: Für wen mache ich das?

Als Führungskraft bist du dafür verantwortlich, jeden Tag zahlreiche Entscheidungen zu treffen, einschließlich der Art und Weise, wie du dich präsentierst und mit anderen in Kontakt trittst. Angesichts der Vielzahl der zu treffenden Beschlüsse ist es nachvollziehbar, warum manche Führungskräfte sich dafür entscheiden, auf Autopiloten umzuschalten oder Entscheidungen auf der Grundlage der wahrgenommenen Launen anderer zu treffen.

Eine gute Ausgangslage sehe ich darin, es sich zur Gewohnheit zu machen, sich zu fragen, für wen tue ich diese Dinge. Die Antworten auf diese Frage sind die Grundlage für einen authentischen Teamleiter im Ehrenamt.

Schweigst du zu einem Thema, weil du befürchtest, dass das, was du zu sagen hast, jemanden brüskieren könnte? Wählst du eine Vorgehensweise basierend darauf, dich dadurch beliebter zu machen? Wenn ja, dann führst du nicht mit Authentizität.

Finde heraus, wie du deine Entscheidungen triffst. Wenn deine Beschlüsse mit den Werten, Überzeugungen und Absichten anderer größtenteils übereinstimmen, bist du nicht echt. Wenn du dich jedoch bei deinen Entscheidungen immer mit deinem wahren Selbst verbindest, bist du auf dem richtigen Weg.

2. Authentisch sein bedeutet das loszulassen, was nicht mehr funktioniert

Wie viele Führungskräfte im Ehrenamt hast du wahrscheinlich eine Reihe von Gewohnheiten entwickelt, die deine Handlungen beeinflussen. Einige dieser Routinen sind möglicherweise so tief verwurzelt, dass du nicht einmal mehr an sie denkst. Ich wette, dass du gegebenenfalls sogar an einer Reihe von Verhaltensweisen festhältst, die aus einer Zeit stammen, bevor du deine Werte und Überzeugungen vollständig entwickelt hattest.

Wenn du dich an Aktivitäten beteiligst, die gegen deine erklärten Prinzipien, Überzeugungen und Absichten verstoßen, ist es an der Zeit für eine eigene Selbstprüfung und Selbsterkenntnis. Sei dir deinen Handlungen bewusst und frage dich, ob sie aus gewohnheitsmäßigen Wiederholungen stammen oder ob sie wirklich mit deinen Werten übereinstimmen.

Effektive Führungskräfte bewerten sich ständig selbst und vergleichen ihre Handlungen mit ihren tiefsten Überzeugungen, was wiederum ihr Engagement steigert. Ja, du hast recht – das ist keine einfache Aufgabe.

Freiwillige Mitarbeiter lieben es, wenn ihre Führungskräfte keine Angst haben, sich anzupassen, um noch authentischer zu werden!

3. Nimm dir, was du brauchst

Um dein wahres Selbst als Führungskraft im Ehrenamt zu werden, musst du keinen Schalter umlegen oder einen Knopf drücken. Das alles kostet Zeit, Energie und Mühe. Deshalb fordere ich dich auf, geduldig zu sein und dir die Zeit und den Raum zu nehmen, die du tatsächlich benötigst, um dich anzupassen.

Ich schlage dir ebenfalls vor, zu lernen, wie man sich selbst verzeiht. Du wirst wahrscheinlich Fehler machen und auf Muster zurückgreifen, die dir selbst oder deiner Organisation nicht mehr dienen. Das ist okay. Alles, was du unternehmen kannst, ist dies zu bemerken, zu bewerten, herauszufinden, wie du dich verbessern könntest, es abzuhacken und es weiter zu versuchen.

Sobald du deine Werte und Überzeugungen identifiziert hast, kannst du dich weiterhin um die Standards bemühen, die du für dich selbst festgelegt hast. Möglicherweise hast du Schwierigkeiten, diese zu messen, aber mit der Zeit wird der Prozess wesentlich einfacher.

Gib dir den Raum zum Ausruhen und Nachdenken, damit du dich und deine Prinzipien festlegen kannst. Wenn du dies tust, wirst du dich wieder mit Energie versorgen. Dann kannst du der Welt dein authentisches Selbst stolz zeigen!

4. Authentisch sein heißt sich auf eine andere Perspektive berufen

Einer der Schlüssel, um eine echte Führungskraft zu werden, ist die Entwicklung deines Selbstbewusstseins. Dies kann schwierig sein, wenn du dabei auf dich selbst gestellt bist. Dieser Prozess kann viel einfacher gestaltet werden, indem du andere Perspektiven ins Bild einbringst.

Ein Weg, um den Aufbau des Selbstbewusstseins weiterzuführen, besteht darin, dir die Hilfe eines Führungstrainers oder eines Mentors in Anspruch zu nehmen. Mit dieser Unterstützung kannst du die Aspekte deines Selbst verbessern, die dich authentisch und einzigartig machen.

Das Wissen von Außenstehenden kann dir helfen, dein Potenzial zu verstehen und herauszufinden, was dich wirklich anspornt. Ein Coaching erlaubt es dir, deine angeborenen Stärken freizusetzen, die dir neue Energien geben. Es kann dir auch gestatten, die Bereiche deiner selbst zu erkunden, die du sonst möglicherweise nicht besuchen könntest.

Das Große ist nicht dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.

Sören Kierkegaard

5. Um Feedback zu bitten, macht dich authentisch

Authentische Führungskräfte begrüßen formelles und informelles Feedback. Dabei solltest du dir nicht zu viele Sorgen um deine Popularität machen. Bedenke, dass authentisch zu sein nichts mit einem Beliebtheitswettbewerb zu tun hat. Es gibt viele Leute, die mögen vielleicht nicht, was du tust, selbst dann nicht, wenn du authentisch bist. Wenn du dich jedoch auf das konzentrierst, was für deine ehrenamtliche Organisation richtig ist, ethische Entscheidungen triffst und die Freiwilligen dabei mit Würde behandelst, wirst du mit Sicherheit den Respekt der überwiegenden Mehrheit zu spüren bekommen.

Wenn sich das Feedback auf eine bekannte Schwäche bezieht, z.B. chronische Ungeduld, ist es hilfreich, deinen eigenen Fortschritt zu verfolgen. Als Teamleiter kannst du durch Feedbacks gelegentlich von einem deiner Fehler erfahren, von dem du bisher nichts gewusst hast – beispielsweise von einer peinlichen Körpersprache. Dabei musst du auch immer den Kontext des Feedbacks berücksichtigen, wenn du entscheidest, wie du reagieren sollst.

Ich bin nicht perfekt. Aber ich werde immer authentisch sein.

Tupac Shakur

6. Inspiriere und fördere deine Mitarbeiter

Ein authentischer Teamleiter, der sein Selbstbewusstsein überarbeitet hat (eine ständige Herausforderung), hat sich sozusagen die Weisungsbefugnis verdient, um andere Freiwillige zum Führen zu befähigen. Authentische Führungskräfte schaffen eine Kultur des Vertrauens und der Loyalität in ihrem Team. Sie haben keine Angst, Emotionen zu zeigen und verletzlich zu sein. Die Teammitglieder sind auf allen Ebenen inspiriert, größere Herausforderungen zu meistern und / oder zu übernehmen. Diese Kultur ermöglicht es der Organisation des Leiters, Top-Talente zu halten und auszubilden, die die Teammitglieder mit gemeinsamen Werten und Zielen in Einklang bringen. So erzielen authentische Führungskräfte nachhaltige Ergebnisse für sich und ihre Organisation.

Die Entdeckung deines authentischen Führungsstils erfordert nicht nur Ehrlichkeit, sondern auch Mut. Wenn du über deine Erfahrungen nachdenkst, dir deine Geschichte zu eigen machst und deine Werte und Motive verstehst, kannst du eine starke, authentische Führungskraft werden. Mit Authentizität zu führen hilft dir dabei, ein Gleichgewicht in deinem Leben (privat, beruflich und ehrenamtlich) zu schaffen, Vertrauen aufzubauen und andere zu stärken. Sich Zeit zu nehmen, um deinen authentischen Führungsstil zu lernen, ist eine lohnende Reise, die dauerhafte Wirkung erzielen wird.

Einen Menschen erziehen heißt, ihm zu sich selbst verhelfen.

Peter Altenberg

Schlussfolgerung

Zusammenfassend sollte die Vorgehensweise des authentischen Leiters allumfassend sein, um den Aufbau positiver Beziehungen innerhalb der ehrenamtlichen Organisation zu unterstützen. Fördere eine Atmosphäre der Offenheit, in der Einzelpersonen für ihren Beitrag anerkannt werden und jeder Erfolg geteilt wird. Durch konsequentes, respektvolles Verhalten und angepasste Kommunikationsformen schafft ein authentischer Leiter Vertrauen in der gesamten Belegschaft.

Sei du selbst. Alle anderen sind bereits vergeben.

Oscar Wilde

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Foto von Mehmet Turgut Kirkgoz von Pexels

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