Newsletter 95: Die Weisheit des Samurai

Newsletter 95: Die Weisheit des Samurai

In der Nähe von Tokyo lebte ein berühmter Samurai. Er war bereits bei Alter, lehrte aber trotzdem die Jugendlichen den Zen-Buddhismus. Ungeachtet seines hohen Alters gingen Gerüchte um, dass er immer noch jedem Gegner die Stirn bieten könnte.

Eines Tages kam ein Krieger, der für sein skrupelloses Verhalten bekannt war, in die Stadt. Er war berüchtigt für seine Provokationstechnik. Er wartete ab, bis sein Gegner einen Angriff auslöste. Ausgestattet mit einer seltenen Intelligenz, um die Fehler des Gegenübers zu erkennen, führte er seinen Gegenangriff mit der Schnelligkeit eines Blitzes aus.

Dieser junge und ungeduldige Krieger hatte noch nie einen Kampf verloren. Da das Ansehen des Samurai im ganzen Reich bekannt war, kam er, um ihn zu besiegen und somit seinen Ruhm zu steigern. Alle Schüler waren gegen diesen Kampf, aber der alte Samurai nahm die Herausforderung an.

Der Samurai nimmt das Geschenk nicht an

Sie versammelten sich auf einem großen Platz in der Stadt und der junge Herausforderer begann sofort den alten Meister zu beschimpfen. Er bewarf ihn mit Steinen, spukte ihm ins Gesicht, schrie alle möglichen Kränkungen und Beleidigungen aus – sogar gegen die Vorfahren des Samurai.

Während Stunden unternahm er alles, um den Samurai zu provozieren, aber der Alte blieb gefasst. Als die Nacht hereinbrach, fühlte sich der ungestüme Krieger erschöpft und gedemütigt und zog sich zurück.

Bitter enttäuscht darüber ihren Meister erlebt zu haben wie er alle Kränkungen und Provokationen über sich ergehen ließ, fragten sie ihren Meister: „Wie konnten Sie nur eine solche Schändlichkeit ertragen? Warum haben Sie sich nicht Eures Schwertes bedient, auch wenn Sie dadurch den Kampf verloren hätten, anstatt sich so vor uns als Feigling vorführen zu lassen?“

„Wenn jemand euch ein Geschenk reicht und ihr nehmt es nicht an, wem gehört dann das Geschenk?“ fragte der Samurai. „Dem der versucht hat es zu schenken,“ antwortete einer der Schüler. „Das gleiche gilt auch für Neid, Wut, Beleidigungen und Beschimpfungen, sagte der Meister. Wenn sie nicht angenommen werden, bleiben sie immer bei dem, der sie im Herzen trägt.“

Das höchste Ziel der Kampfkunst ist sie nicht einsetzen zu müssen

Miyamoto Musashi

Ich wünsche dir die Weisheit dieses Samurai.

Herzliche Grüße,

Charles

https://charlesbrueck.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner